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Auszüge aus der Schulchronik zu Löwen

Vorwort

Die Schulchronik von Löwen beginnt mit de Aufzeichnungen des Lehrers Zengerling im Jahre 1848. Sie wurde von den verschiedensten Lehrern weitergeführt. Diese Lehrer haben die Chronik oft in persönlicher ich-Form geschrieben, welche hier beibehalten wurde. Als letzte Chronistin schrieb die heute noch lebende Lehrerin Christel Müller aus Peckelsheim Beiträge in der Chronik.

Ebenso wie allen Chronisten gebührt vor allem noch dem ehemaligen Lehrer Adalbert Kleinert großer Dank, der die handschriftliche Chronik vor vielen Jahren in eine digitale Fassung überführt hat.

Unten finden Sie Auszüge hieraus, die vor allem die Schule als Gebäude betreffen.

In der Folge sind noch weitere Auszüge geplant, die sich z.B. mit den Schülerzahlen befassen und auch die Lehrer Gehälter betreffen.

 

 

Einleitung – Beginn

Über Gründung der hiesigen Schule kann leider nichts berichtet werden, da die alten Urkunden in den Pfarr- und Gemeindearchiven durch einen Brand zerstört wurden.

1848

Im Frühjahr des Jahres ist die Schule in Löwen ist eine einklassige Schule für Knaben und Mädchen, welche in Ober- Mittel- und Unterstufe geteilt wird. Die Ober- und Mittelstufe bilden die Oberklasse, die Unterstufe die Unterklasse, welche getrennt unterrichtet werden.

1884

In diesem Jahre wurde endlich der schon vor zehn Jahren projektierte Erweiterungsbau der hiesigen Lehrerwohnung auf mein eifriges Betreiben in Angriff genommen. Der Bau wurde noch in diesem Herbste fertiggestellt. Derselbe ist vom Zimmermeister Joseph Behler zu Niesen ausgeführt und kostet mit den Reparaturen des unteren Stocks 4000 M.

1888

Für die hiesige Lehrerwohnung wurde endlich ein Brunnen angelegt und mit einer Pumpe versehen. Die südliche Seite des kleinen Gartens wurde durch eine Mauer eingefriedet.

1892

Es wurden drei neue Schulbänke nach Vorschrift der Königlichen Regierung angefertigt. Ebenso wurde ein Pissoir, welches bis jetzt noch fehlte, angelegt.

1897

Von der hiesigen Gemeindevertretung wurde auf Antrag des Herrn Kreis-Schulinspektors Sierp beschlossen, für den Lehrer eine neue Scheune zu bauen.

1924

In diesem Jahr wurde der schon seit langem gehegte Plan eines Neubau der Schule wieder aufgenommen. Eine Ortsbesichtigung, vorgenommen durch Landrat Dr. Schönkäs, Schulrat Hogrebe und Kreisbaumeister Rettig aus Warburg, führte zu dem Ergebnisse, daß die Notwendigkeit eine Schulneubaues für Löwen unbedingt anerkannt wurde. Zu dem gleichen Ergebnisse kam auch eine Kommission der Mindener Regierung unter Leitung von Direktor Bartels. Als Bauplatz für eine neue Schule wurde zunächst die frühere Gemeinde-Baumschule hinter dem Holzmüllerschen Hause ins Auge gefaßt. Nachdem aber Gastwirt Holzmüller sich selbst erboten hatte, einen Teil seines vor dem Hause gelegenen Gartens gegen die Baumschule einzutauschen, ging die Gemeinde sofort auf diesen Vorschlag ein und erhielt für die Baumschule ein gleich großes Stück des Holzmüllerschen Gartens. Damit war ein Bauplatz erworben, der wegen seiner Lage zur Kirche, zum Schulgarten und Schullande wie auch zum Wirtschaftsgebäude als der denkbar günstigste bezeichnet werden muß. Zum Neubau selbst ist es in diesem Jahre noch nicht gekommen.

1925

Im Sommer dieses Jahres wurde mit dem Bau der neuen Schule begonnen. Am 26. August 1925 ist der erste Spatenstich gemacht worden. Die Anfertigung der Zeichnung wie auch die Bauleitung oblagen dem Kreisbauamt Warburg unter Leitung des Kreisbaumeister Rettig.

Bei der öffentlichen Ausschreibung sind die Erd-, Mauer- und Zimmerarbeiten einschließlich Fußböden dem Bauunternehmer Heinrich Behler in Niesen übertragen worden. Die Dachdeckerarbeiten sind ausgeführt von der Firma Vössing in Peckelsheim, die Klempnerarbeiten von Franz Hoffmann in Peckelsheim, die Schreinerarbeiten von Joseph Krüger in Peckelsheim, der seinerseits die Zimmertüren weiter vergeben hat an Theodor Thyrian. Bei Beginn des Winters war das Gebäude im Rohbau fertig.

1926

Gleich nach Ostern wurden die Arbeiten am Schulneubau wieder aufgenommen. Den Sommer hindurch wurde der Bau nur langsam gefördert, weil Behler nebenher noch andere Bauten übernommen hatte. Die Anstreicher arbeiten sind ausgeführt von den beiden Löwener Meistern Johannes Jochheim und Bernhard Müller. Die Streitfrage, ob die erste Etage dem Lehrer allein oder beiden Lehrpersonen gemeinsam zugeteilt werden soll, ist dahin entschieden worden, daß der Lehrer die 1. Etage und die Lehrerin die 2. Etage erhält. Zur Vergrößerung der Lehrerinnenwohnung ist nachträglich, nämlich im Laufe dieses Sommers, noch ein Zimmer ausgebaut, und zwar das nach Westen gelegene. Etwa Mitte Dezember war die Schule bezugsfertig. In den Weihnachtsferien sind die Schule und der Lehrer eingezogen. Der Unterricht ist am 4. Januar 1927 darin aufgenommen.

1927

Am 6. Januar, dem Dreikönigsfeste, war die kirchliche Einweihung der neuen Schule durch den Ortspfarrer und zwar im Anschluß an die Nachmittagsandacht. Nach kurzer Andacht in der Kirche mit besonderer zweckentsprechender Predigt begab sich die zahlreich erschienene Gemeinde in Prozession zur neuen Schule. Der Pfarrer segnete nach dem kirchlich vorgeschriebenen Ritus Schulzimmer und Wohnungen, ferner zwei neue Kruzifixe, die in den beiden Klassenzimmern aufgehängt wurden.

1929

Die Wasserversorgungsfrage für Schule u. Dienstwohnungen fand im Sommer d. J. ihre Lösung. Über eine Ortswasserleitung konnte die Gemeinde zu keiner Einigung kommen, weil das untere Dorf sich großenteils ablehnend verhielt. Dem Drängen der Lehrpersonen u. der Regierung mußte die Gemeinde endlich nachgeben u. für die Schule eine Hauswasserleitung mit motorischem Kraftantiebe anlegen. Die Leitungsrohre, Spülbecken, Kräne und Abortanlagen waren von Anfang an mit eingebaut worden. Die jetzt noch fehlende Anlage stellte sich auf ca. 1000 RM, wozu die Regierung einen einmaligen Ergänzungszuschuß von 400 RM gegeben hatte. Die Anlage ist geliefert von der Firma Heinz Gundelach in Löwen. Am 23. Juni 1929 wurde sie in Betrieb genommen. Für die beiden Lehrpersonen hatte die Regelung der Wasserfrage eine fühlbare Erhöhung der Wohnungsmiete im Gefolge. Die Regierung erhöhte die Friedensmiete für die Dienstwohnung des Lehrers auf 337 RM, für die Dienstwohnung der Lehrerin auf 170 RM.

1934

In diesem Frühjahr sind Mauer und Zaun an der Ostseite des Schulplatzes neu aufgeführt. Material und Arbeitslöhne sind von der Gemeinde gestellt. Sämtliche Fuhren hat der Nachbar Brüss übernommen. Gleichzeitig wurde einer kleinen -grundbuchmäßigen Berichtigung der dortigen Grenzen von beiden Beteiligten zugestimmt. Die Mauer steht auf dem Schulgrundstück. Die Außenseite derselben bezeichnet die Grenze.

1935

Im Sommer d. J. erhielt die Schule auf Drängen der Regierung ein eigenes Schulrundfunkgerät. Es wurde geliefert von der Firma H. Gundelach in Peckelsheim zum Preise von rd. 240 RM. Die Regierung gab einen Zuschuß von 75 RM.

1936

Die Schule wurde in diesem Jahre von 77 Kindern besucht. In diesem Jahre erhielt die Schule auf behördliche Anordnung hin eine neue Verdunkelungsanlage. Sie wurde geliefert von der Sattler- und Polstererinnung des Kreises Warburg. Die Anbringung in unserer Schule erfolgte durch die Firma Fritz Geissen in Peckelsheim. Die Kosten beliefen sich ohne die hölzernen Führungsleisten auf ca. 70 RM. Ferner wurde für jedes Klassenzimmer ein Bild des Führers beschafft. Die beiden Gips-Reliefs sind angefertigt von den Kirchenmalern Nix u. Töpfer. Der Preis jedes Bildes mit Rahmen betrug 12 RM.

1938

Die Schule erhielt im Herbst d. J. ein eigenes Schmalfilmgerät. Von dieser Zeit an war es möglich, die Filmvorführungen in den Unterrichtsstoff planmäßig einzubauen.

1939

Als Ersatz an Arbeitskräften für die zum Heeresdienst Einberufenen kam auch nach Löwen eine Anzahl polnischer Kriegsgefangener. Das leerstehende Klassenzimmer der alten Schule wurde von der Ortsbauernschaft als Gefangenenlager eingerichtet. Es war in diesem Jahre mit durchschnittlich 10 Gefangenen belegt. Sie standen unter der Aufsicht eines deutschen Wachtposten, der seine Wachstube in der alten Lehrerwohnung hatte und anfangs bei den einzelnen Bauern, später in der Gastwirtschaft verpflegt wurde.

1950

November: 2 neue Wand-Landkarten von „Nordrhein-Westfalen“ und „Palästina“ wurden angeschafft. Dezember: Der „Nikolaus“ brachte neue Bibliotheksbücher und einen Elektro-Baukasten. – Im Advent wurde zum ersten mal das neue „Sursum corda“ benutzt. – Die Kirche erhielt zusätzliche Krippenbeleuchtung. – Das Klassenzimmer der Oberklasse wurde mit Gruppentischen und Drehstühlen, zu deren Bezahlung die Regierung einen großen Teil beisteuerte, neu möbliert. Die alten Bänke wurden an Interessenten verkauft.

1951

Das Dach des Schulhauses wurde einer umfangreichen Reparatur unterzogen.

1957

Arbeiten an der Schule und auf dem Hof: Fenster wurden gestrichen, ein Ölofen angeschafft; der Zaun zu Nachbar Schäfers wurde erneuert und der Schulgarten mit Zaun versehen.

1958

Arbeiten am Gebäude: Dach erneuert, Oberklasse renoviert. Die Dienstwohnung erhält ein Bad. Alte Stallung wird zur Garage umgebaut. Das Schulland, welches bis dahin mit zur Schulstelle gehörte, wird in Gemeindeland umgewandelt (Pacht beträgt 177 DM). Aus der Gemeinde: Dorfstraße und Feldwege erhalten Teerdecke.

1961

Auf meinen Antrag wird die Wohnung in Ordnung gebracht. Bei dieser Gelegenheit lasse ich einen Warmluftofen einbauen, da die Heizungsfrage bisher nur unzureichend gelöst war. Die zweite Dienstwohnung, in welche auf Beschluss der Gemeinde Frau Lehrerin Hose von Peckelsheim zieht, erhält ein Bad. Die Miete für die Dienstwohnung wird um 10 DM erhöht. Jetzt 53,40 DM. Am sonstigen Schulgebäude wird keine Reparatur vorgenommen, da die Gemeinde neu bauen will. Der Antrag wird von der Regierung in Detmold aber schon zum 3. Male abgelehnt. Detmold plant einen Umbau des Schulraumes. Ich halte von einem Umbau wenig, da es doch nur eine Notlösung ist.

1962

Die Miete für die in der Schulscheune eingebaute Garage wurde mit 10 DM festgesetzt. Am Schulgebäude wurden keine Reparaturen vorgenommen, da ein Neubau für 1963 geplant. ist.

1963 – 64

Von August des Jahres 1963 bis Ostern 64 wurde die Schule umgebaut, da ein Neubau von Detmold abgelehnt wurde. Die Schulzimmer erhielten eine Ölheizung. Der nach Osten gelegene Klassenraum wurde vergrößert, indem das alte Lehrmittelzimmer wegfiel. In beiden Räumen wurden die Fenster verändert, Verdunkelungen und Sonnenblenden angebracht. Als Neubau entstanden ein Lehrerzimmer, Toiletten, ein Mehrzweckraum und die Pausenhalle. Der Schulhof wurde endlich asphaltiert und mit gärtnerischen Anlagen verschönert. Entwurf und Bauleitung übernahm das Architekturbüro Rose, Warburg. Maurerarbeiten: Firmen Ernst, Peckelsheim Schreiner Arbeiten: ” Krüger, Münstermann, Peckelsheim Fußböden: ” Ernst, ” Elektro Arbeiten ” Ernst, ” Installation: ” Hoffmann, ” Gärten. Anlagen: Vössing, ” Heizungsanlage : ” Frielingsdorf, Warburg Gardinen u.s.w.: ” Mollenhauer, ” Fliesenlegen: ” unbekannt ” Asphalt: ” Beller, Fronhausen Malerarbeiten: ” Töpfer, Löwen Die Baukosten betrugen 120 000 DM. Von der Regierung in Detmold wurden 75000 DM als Zuschuß gegeben. Außerdem erhielt die Schule auf einen Beihilfeantrag hin 3 300 DM, die für Schulmöbel und Einrichtungsgegenstände verwandt wurden. In die erste Dienstwohnung wurden neue Fenster gesetzt. Die zweite Dienstwohnung wird wegfallen, da das Dach abgerissen und durch ein Flachdach ersetzt werden soll. Geplant ist eine Kleinsportanlage, die hinter dem Schulgarten (auf dem früheren Schulland) am günstigsten liegen wird.

1964 – 65

Die letzten handwerklichen Arbeiten am Schulgebäude wurden fertiggestellt. Der Stellmacher Ortmann aus Löwen erneuerte die Schulzäune. Auf das Schuldach installierte man eine Sirene, an der Vorderfront des Schulhauses brachte man einen Feuermelder an. Die Regierung in Detmold bewilligte der Schule in Löwen auf einen Beihilfeantrag hin 8 000 DM, da die Beleuchtungskörper und Verdunkelungen noch nicht bezahlt sind. Um die Pausenhalle freundlicher zu gestalten, skizzierte ich an die eine Wand den Kreis Warburg, aufgeteilt in die vier Ämter.

1968 – 69

Mit dem Beginn der Sommerferien des Jahres 1969 wurde die Löwener Schule aufgelöst und in die Volksschule Peckelsheim eingegliedert. Eine Maßnahme, die, wie sich später herausstellte, zwei Jahre zu früh erfolgte, da in Peckelsheim der Schulneubau nicht beziehbar war. So wurden die Kinder des 1. – 4. Schuljahrs aus Löwen und Ikenhausen weiter in Löwen unterrichtet.

– Ende der Schulchronik von Löwen. –

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